Schulleitungen in der schulischen Gesundheitsförderung

Der Schulleitung kommt in der schulischen Gesundheitsförderung eine hohe Bedeutung zu. In ihrer Verantwortlichkeit für alle die Schule betreffenden Belange nehmen Schulleitungen die Rolle des so genannten "Gate Keeper" ein. Ob schulische Innovationen wie Gesundheitsförderung und Prävention dauerhaft Eingang in die Schule finden, wird also wesentlich von den Einstellungen und Fähigkeiten der Schulleitung bestimmt werden. Trotz dieser auch in der Praxis immer wieder erlebten Erfahrung, konzentriert sich die Gesundheitsforschung vor allem auf Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler.

Aufgrund des Forschungsmangels beschäftigt sich das kogeb seit seiner Gründung mit der Gesundheit von Schulleitungen sowie auch mit ihrer Rolle in der schulischen Gesundheitsförderung. Bislang wurden zwei Studien zu diesem Themenfeld umgesetzt:

  1. Internationale Schulleitungsstudie zur psychischen Gesundheit und zum Wohlbefinden: von September bis Dezember 2008 beteiligte sich das kogeb an einer internationalen Studie zur psychischen Gesundheit aus Sicht von Schulleitungen. Unter Koordination des International Alliance for Child and Adolescent Mental Health and Schools (Intercamhs) und der International Confederation of Principals (ICP) nahmen insgesamt 26 Länder teil. Die für Deutschland erzielten Ergebnisse von 840 Schulleitungen zeigen, dass Schulleitungen externalisierenden gegenüber internalisierenden Problemen von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften eine hohe Bedeutung beimessen. Hinsichtlich möglicher Unterstützungsquellen werden vor allem konkrete Hilfen (z.B. zur Früherkennung psychischer Probleme) als besonders unterstützend bewertet.

  2. Gemeinsam mit der Unfallkasse NRW wurden Ende 2012 Schulleitungen aus NRW hinsichtlich ihrer Gesundheit sowie ihrer Rolle im schulischen Gesundheitsmanagement befragt (n~2.000). Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich Schulleitungen am stärksten durch die Arbeitsmenge sowie durch Regelungen des Schulministeriums und der Schulaufsicht belastet fühlen. Hinsichtlich der eigenen Gesundheit weisen ein Fünftel der Schulleitungen ein geringes Wohlbefinden auf und lediglich etwas mehr als ein Drittel sind der Meinung, dass ihre Kraft und Gesundheit ausreicht, um ihre Tätigkeit als Schulleitung bis zum Erreichen des Pensionsalters ausüben zu können. Das Gesundheitsmanagement hat aus Sicht der Schulleitungen eine hohe Bedeutung, dies spiegelt sich auch am hohen Interesser der Befragten am Thema der SchülerInnen und Lehrkraftgesundheit wieder. Jedoch schreiben sich die Schulleitungen nur geringe Kompetenzen dahingehend zu, Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention zu unterstützen. Regressionsanalytisch lassen sich etwa 30% der gemeinsamen Varianz des Gesundheitsmanagements an Schulen durch schulleitungsbezogene Aspekte (vor allem Kompetenz) aufklären.